Milliarden Tonnen CO2 - Unsere Luft wird immer dicker

Quelle: n-tv vom 26.08.2014

Eigentlich sollen sinkende CO2-Emissionen den Klimawandel bremsen. Doch "wir investieren massiv in Technologien, die das Problem verschlimmern": zunehmend werden Kraftwerke gebaut, die fossile Energieträger verbrennen - im letzten Jahrzehnt mehr als in denen davor.

Die derzeit vorhandenen Kraftwerke werden insgesamt voraussichtlich mehr als 300 Milliarden Tonnen Kohlendioxid (CO2) ausstoßen. Das haben US-Forscher für eine Laufzeit von 40 Jahren berechnet. Bei einer Betriebsdauer von 50 Jahren wären es sogar 439 Milliarden Tonnen des Treibhausgases.

In die Kalkulation seien die nach 2012 errichteten Kraftwerke noch gar nicht eingerechnet, betonen Steven Davis von der University of California in Irvine und Robert Socolow von der Princeton University (US-Staat New Jersey) im Fachjournal "Environmental Research Letters". "Wir sind weit davon entfernt, das Problem des Klimawandels zu lösen, und investieren massiv in Technologien, die das Problem verschlimmern", wird Davis in einer Mitteilung seiner Universität zitiert. "Weltweit haben wir im letzten Jahrzehnt mehr Kohlekraftwerke gebaut als in irgendeinem früheren Jahrzehnt, und die Schließung älterer Anlagen hält mit dieser Expansion nicht Schritt."

4 Prozent mehr Emmissionen pro Jahr

Die beiden Forscher entwickelten ein Verfahren, um künftige Emissionen abzuschätzen. Wenn Kraftwerke, die aus fossilen Brennstoffen wie Kohle, Öl oder Gas Strom erzeugen, durchschnittlich 40 Jahre laufen, werden sie demnach 307 Milliarden Tonnen CO2 verursachen. Die Emissionen solcher Anlagen steigen den Forschern zufolge um etwa 4 Prozent jährlich.

 

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Ressourcen für 2014 sind schon aufgebraucht

Quelle: n-tv vom 19.08.2014

Bereits heute ist der Tag erreicht, an dem die Ressourcen der Erde für 2014 erschöpft sind. Die restlichen viereinhalb Monate des Jahres lebt die Menschheit damit "auf Pump". Erschreckend: Jahr für Jahr tritt dieser "Welterschöpfungstag" früher ein.

Die Menschheit verbraucht mehr, als eine Erde hergibt: Sämtliche natürlichen Ressourcen für das Jahr 2014 sind der Umweltorganisation World Wide Fund for Nature (WWF) zufolge schon jetzt aufgebraucht. Der 19. August sei in diesem Jahr der "Welterschöpfungstag", teilte der WWF mit. Mehr könne unser Planet innerhalb eines Jahres nicht regenerieren und damit nachhaltig zur Verfügung stellen. Für den Rest des Jahres lebe die Menschheit "auf Pump" und zehre von den stillen Reserven der Erde - auch auf Kosten der kommenden Generationen.

In diesem Jahr sei der "Welterschöpfungstag" (Englisch: Overshoot Day) schon einen Tag eher erreicht als 2013 und sogar drei Tage eher als 2012, zeigten die Berechnungen des Global Footprint Networks. Die Analysen dieser Organisation "messen den Verbrauch an natürlichen Ressourcen und die Ressourcenkapazität von Nationen über Jahre hinweg". Anhand der Daten - etwa 5400 Datenpunkte pro Jahr und Land - wird der "Fußabdruck" von 150 Nationen ermittelt, und das bereits seit 1961. Der ökologische Fußabdruck zeigt an, wie viel Fläche gebraucht wird, um alle Bedürfnisse nach Ressourcen (inklusive Energie) zu befriedigen.

Besonders besorgniserregend laut WWF: Die Menschheit verbrauche schon seit 30 Jahren mehr Ressourcen, als auf Dauer und nachhaltig vorhanden seien. "Die Menschheit häuft nicht nur seit drei Jahrzehnten bei der Natur neue Schulden an, sondern beansprucht in jedem Jahr auch einen immer größeren Kreditrahmen", warnt WWF-Vorstand Eberhard Brandes. Die Auswirkungen der Übernutzung der Erde würden durch Artensterben, Klimawandel und Wassermangel bereits heute überaus deutlich.

Schon der "Living Planet Report 2012" des WWF, eine alle zwei Jahre erscheinende Studie zum "Gesundheitszustand der Welt", kam zu den Erkenntnissen, dass wir bis zum Jahr 2030 zwei Planeten benötigten, "um unseren Bedarf an Nahrung und nachwachsenden Rohstoffen zu decken", wenn die Menschheit weiter so lebte wie bisher.

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Die große Schwester aller Probleme

Quelle: Kommentar von Michael Buchmüller in der Süddeutschen vom 09.06.2014

 

Klimapolitik ist mehr als Kohle und CO₂, auch die Überfischung der Meere und das Verschwinden der Arten können Staaten nur gemeinsam lösen. Es ist der Test darauf, ob die Welt sich selber Grenzen setzen kann - bevor sie schmerzhaft an ihre Grenzen stößt.

 

Zum Beispiel Phosphor. Der menschliche Körper braucht es, die Landwirtschaft auch: Als Dünger ist Phosphor unverzichtbar. Zu dumm, dass die globalen Vorkommen begrenzt sind, künstlich herstellen lässt er sich nicht. Die Forscher streiten, ob der Höhepunkt der Förderung seit Jahren überschritten ist oder bald bevorsteht. Klar ist nur, dass die Welt in einen gefährlichen Phosphor-Engpass steuert. Das nur mal als Beispiel.

 

Denn eng wird es allenthalben: bei brauchbaren Böden, bei Rohstoffen, in den Weltmeeren, bei sauberem Wasser und der Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten. Seit einem guten Jahrhundert haust die Menschheit, oder zumindest ihr wohlhabender Teil, wie ein Lotto-Millionär, der jedes Maß verloren hat - und irgendwann verdutzt feststellen muss, dass alles Geld weg ist.

 

Mit dem Unterschied, dass es an Wissen um die Folgen des Raubbaus nicht mangelt; dass es oftmals auch an Alternativen nicht fehlt, sei es eine sorgsame Landwirtschaft, der Aufbau von Rohstoff-Kreisläufen oder schlicht erneuerbare Energie. Nur lebt es sich so bequem, wenn alles weitergeht wie gehabt.

 

Es geht um mehr als Kohle und CO₂ - es geht um globales Maßhalten. Überall

Nirgends lässt sich der Zusammenhang zwischen aktuellem Wachstum und künftigen Problemen so eindrucksvoll ablesen wie am Klimawandel. Bis zum heutigen Tage beruht das Erfolgsmodell alter wie neuer Wirtschaftsmächte in erster Linie auf der Verbrennung fossiler Rohstoffe.

 

Ungeachtet aller Erkenntnisse über den Zusammenhang von Kohlendioxid und Klimawandel, ungeachtet aller Bekenntnisse zur Umkehr - und auch ungeachtet aller Alternativen zu fossiler Energie. Bei der Ausbeutung begrenzter Ressourcen steckt keiner gern zurück. Sonst könnten ja andere danach greifen.

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