Antarktis-Gletscherschmelze "unumkehrbar"

Quelle: n-tv Online vom 13.05.2014

Das mit Sorge beobachtete Schmelzen von Eismassen in der Antarktis beschleunigt sich zunehmend. Nach Ansicht von US-Forschern ist der Vorgang in der West-Antarktis nicht mehr umkehrbar. Sie rechnen mit einem Anstieg des Meeresspiegels um drei bis vier Meter weltweit.

Gletscherschmelze mit Domino-Effekt: Der Zusammenbruch des Eisschildes in der Westantarktis ist neuen Studien zufolge wohl nicht mehr zu stoppen. Der Thwaites-Gletscher könnte aufgrund der Klimaerwärmung schon in 200 Jahren, spätestens aber in gut 1000 Jahren verschwunden sein. Der Gletscher, der in die Amundsen-See mündet, dient als Stütze der benachbarten Eismassen. Kollabiert er, könnten weitere Gletscher rasch folgen. Unterdessen mahnten Experten in Berlin, dass in vielen Meeren die Fischbestände schrumpfen werden - ein entscheidender Grund ist auch hier die Erwärmung.

Die schnelle Schmelze des Thwaites-Gletschers ergibt sich aus Computersimulationen, die in der Fachzeitschrift "Science" vorgestellt wurden. Der globale Meeresspiegel steige in der Folge um etwa 60 Zentimeter, schreiben Forscher um Ian Joughin von der Universität von Washington in Seattle. Ein komplettes Abschmelzen des westantarktischen Eisschilds als Folge des Klimawandels würde demnach zu einem Anstieg um drei bis vier Meter führen.

Punkt, von dem es kein Zurück gibt

Daten aus vier Jahrzehnten wiesen darauf hin, dass die sechs in die Amundsen-See mündenden Gletscher den Punkt schon passiert haben, von dem an es kein Zurück mehr gibt, schreibt auch ein Team um Eric Rignot von der Universität von Kalifornien in Irvine (USA) in den "Geophysical Research Letters". Allein das schmelzende Eis dieser Gletscher könne die Meeresspiegel um etwa 1,2 Meter steigen lassen.

Der Klimawandel lässt nicht nur die Gletscher schmelzen, er macht auch vielen Fischen zu schaffen. Wärmeres Wasser macht den Tieren das Leben schwer - auch geringerer Sauerstoffgehalt und wachsende Versauerung tragen dazu bei. Viele Bestände werden sich deshalb in kühlere Regionen verlagern und deutlich reduzieren - unter anderem in Nord- und Ostsee, wie Experten im Vorfeld des Europäischen Tag des Meeres am 18. Mai berichteten. "Bis zum Jahr 2050 ist eine Abnahme der Bestände von mehr als 20 Prozent zu erwarten", sagte Hans-Otto Pörtner vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung.

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Klimawandel als Spiel - Wie die Menschheit den Planeten verzockt

Quelle: n-tv.de vom 20.10.2013

Klimawandel als SpielWie die Menschheit den Planeten verzockt

Der Klimawandel ist das größte Spiel, das je gespielt wurde – und die Menschheit verliert. So lassen sich die Ergebnisse einer neuen Studie zusammenfassen. Was fehlt, ist die Motivation in zukünftige Generationen zu investieren.

Mit einem Spiel haben Klimaforscher gezeigt, wie gering die Bereitschaft von Menschen ist, für Vorteile künftiger Generationen auf eigene Gewinne zu verzichten. Von elf Gruppen habe keine ein anvisiertes Spendenziel erreicht, wenn als Belohnung die Pflanzung von Eichen in Aussicht gestellt wurde, berichten Forscher zweier Max-Planck-Institute zusammen mit Kollegen aus den USA und Kanada im Fachjournal "Nature Climate Change". "Das Ergebnis unseres Experiments zeichnet ein düsteres Bild von der Zukunft", sagt Manfred Milinski vom Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in Plön.

"Der Klimawandel ist das größte Public-Goods-Game, das je gespielt worden ist: Die gesamte Menschheit macht mit", heißt es in einer Mitteilung der Max-Planck-Gesellschaft zur Studie. Das Experiment habe auf einem Essay des Wirtschafts-Nobelpreisträgers Thomas Schelling aus dem Jahr 1995 aufgebaut, erläutert Milinski. In der Abhandlung schreibe Schelling, dass die heutige Generation die Anstrengungen zum Klimaschutz aufbringen müsse – aber erst künftige Generationen den Nutzen daraus zögen. Die Motivation der heutigen Akteure, etwas zu unternehmen, sei daher gering.

 

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Hat der Mensch noch nicht erlebt - Stern warnt vor Klimafolgen

Quelle: n-tv 03.04.2013

 

"Was auf die Welt zukommt, hat es seit 30 Millionen Jahren nicht gegeben." Das sagt der ehemalige Chef-Ökonom der Weltbank, Stern. Er warnt vor noch drastischeren Folgen des Klimawandels, als bislang bekannt. Stern spricht von einem radikalen Wandel jenseits der menschlichen Erfahrungen.

 

 

Ex-Weltbank-Chefökonom Nicholas Stern hat vor noch drastischeren Folgen des Klimawandels gewarnt als bislang befürchtet. Ohne Eindämmung der C02-Emissionen liege die Wahrscheinlichkeit für einen Temperaturanstieg von fünf Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit binnen eines Jahrhunderts bei 50 Prozent, sagte Stern vor dem Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington. Eine derartige Erwärmung habe es seit 30 Millionen Jahren nicht gegeben. "Das ist ein radikaler Wandel jenseits der menschlichen Erfahrungen."

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