Exxon weiß seit 40 Jahren vom Klimawandel

Quelle: n-tv vom 27.10.2015

Öffentlichkeit bewusst getäuscht?Exxon weiß seit 40 Jahren vom Klimawandel

Lange bevor die Öffentlichkeit den Begriff "Klimawandel" kannte, wusste der Erdölriese ExxonMobil bereits darüber Bescheid. Wie einst die Tabakindustrie hat der Konzern versucht, die Risiken seiner Produkte zu vertuschen. Das zeigt eine neue Untersuchung.

Das Vorgängerunternehmen des US-amerikanischen Erdölriesen ExxonMobil weiß bereits seit 1977 davon, dass sich das Weltklima durch das Verbrennen von fossilen Rohstoffen erwärmen kann. Exxon versuchte offensichtlich, mit gezielter Desinformation von den Forschungsergebnissen abzulenken, berichten "Inside Climate News" und "Scientific American".

Während einer achtmonatigen Recherche interviewten die Reporter von "Inside Climate News" vielee ehemalige Angestellte von Exxon, Wissenschaftler und Behördenvertreter und werteten hunderte Seiten interner Dokumente aus. Dabei stellte sich heraus, dass das Unternehmen bereits seit 1977 vom Klimawandel wusste. Elf Jahre bevor die Öffentlichkeit für das Thema sensibel wurde. Einer von Exxons Top-Wissenschaftlern, James Black, trug dem Management damals vor, dass "es eine große wissenschaftliche Übereinstimmung darüber gibt, dass sich das Weltklima durch die Emission von Kohlendioxid aus der Verbrennung von fossilen Rohstoffen verändert."

Ambitionierte Klima-Forschung

Exxon war in den 1970er- und 1980er-Jahren selbst ambitioniert in der Forschung rund um das Weltklima. Es bezahlte Wissenschaftler für das Erstellen von Klimamodellen und investierte über eine Million Dollar in den Umbau eines Öltankers, um zu erforschen, wie viel CO2 die Ozeane aufnehmen können. Nach heutiger Einschätzung habe das Unternehmen - vermutlich nicht in voller Absicht - so dazu beigetragen, das Thema auf die wissenschaftliche Agenda zu setzen.

Die Aussagen des Exxon-Wissenschaftlers Black jedenfalls gingen noch weiter. Ein Jahr später warnte er das Management des Konzerns, das Weltklima werde sich aufgrund der Emissionen um zwei bis drei Grad erwärmen – eine Zahl die mit aktuellen Erkenntnissen übereinstimmt. Außerdem forderte er Konsequenzen. Der Menschheit bliebe nicht viel Zeit, um eine Entscheidung zu treffen, wie der Ausstoß von CO2 verringert werden könne.

Zehn Jahre später streitet Exxon alles ab

ExxonMobil streitet heute ab, dass die Erkenntnisse der späten 1970er-Jahre tatsächlich eine so große Bedeutung hätten. Das Unternehmen möchte aber auch nicht verdächtigt werden, irgendetwas zu vertuschen. "Wir sind weder zu diesen Schlüssen gekommen, noch haben wir versucht, sie zu verbergen", sagt Exxon-Sprecher Allan Jeffers "Scientific American". "Diese Leute ziehen ein paar Dokumente, die wir öffentlich gemacht haben, aus den Archiven und stellen sie dar wie eine große Whistleblower-Enthüllung", so Jeffers über die Untersuchung von "Inside Climate News".

Doch eines ist sicher: Noch 1988, als Exxon schon über zehn Jahre von möglichen Folgen der CO2-Emissionen wusste, als Nasa-Wissenschaftler James Hansen vor dem US-Kongress über den Klimawandel sprach und die "New York Times" auf ihrer Titelseite erklärte, welche Folgen er haben könnte – als das Thema also in der Mitte der Öffentlichkeit angekommen war - bestritt der Konzern weiterhin die Eindeutigkeit der Ergebnisse.

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Weltweite Wiederaufforstung

Quelle: n-tv vom 22.03.2015

Weltweite Wiederaufforstung

Deutschland hilft beim Bäumepflanzen

Auch in den kommenden Jahren will sich Deutschland für den Wiederaufbau von zerstörten Wäldern und Landschaften engagieren. Bis 2020 soll eine Fläche, die viermal so groß ist wie Deutschland, renaturiert werden.

Der weltweite Wiederaufbau von Wäldern und Landschaften kommt nach den Worten von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks voran. "Wir sind auf einem guten Weg zu unserem Ziel, bis 2020 insgesamt 150 Millionen Hektar zerstörte Wälder wiederaufzubauen", sagte die SPD-Politikerin anlässlich der zweiten internationalen "Bonn Challenge"-Konferenz, an der Umweltminister aus aller Welt teilnahmen. Seit dem ersten Treffen im Jahr 2011 brachten die beteiligten Staaten laut Hendricks bereits den Wiederaufbau von mehr als 60 Millionen Hektar auf den Weg.

Das Treffen ist die wichtigste internationale Konferenz zum Wiederaufbau von Wäldern. Sie vereint eine Gruppe von engagierten Staaten wie Indonesien, China, Brasilien, Costa Rica oder Südkorea mit Geberländern wie Deutschland und Norwegen, engagierten Unternehmen und Organisationen. Das 2011 ausgerufene Ziel von 150 Millionen Hektar wiederaufgebauten Wäldern und Landschaften entspricht einer Fläche, die vier Mal so groß wie Deutschland ist.

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Globalisierungskritikerin Naomi Klein: Kohle frisst Klima auf

Quelle: Spiegel-Online vom 23.03.2015

Globalisierungskritikerin Naomi Klein: Kohle frisst Klima auf

Klimaschutz scheitert am Kapitalismus - zu diesem Fazit kommt Naomi Klein in ihrem Buch "Die Entscheidung", das sie jetzt in Berlin vorstellte. Ihr Appell: Eine Massenbewegung für das Klima könnte die letzte Chance sein, etwas zu verändern.

Berlin - Haben Sie gezögert, auf diesen Artikel zu klicken? Es wäre verständlich. Schließlich lässt das Thema Klima fast immer eine deprimierende Lektüre vermuten. Über schmelzende Polkappen, versinkende Südseeinseln und das fortwährende Versagen internationaler Klimagipfel.

Naomi Klein ging es ähnlich. Die Kanadierin gilt seit ihrem Erstling "No Logo"aus dem Jahr 2000 als linke Vordenkerin eines globalisierten Verantwortungsgefühls. Doch schlechten Klima-Nachrichten ging auch sie lange aus dem Weg. "Ich wechselte den Fernsehkanal, klickte die Seite weg", schreibt Klein in ihrem neuen Buch "Die Entscheidung".

Wenige Monate vor dem möglicherweise entscheidenden Klimagipfel in Paris hat sich die 44-Jährige doch des Themas angenommen - mit eindeutigem Fazit: Der Kampf gegen die Erderwärmung droht zu scheitern, weil er die herrschende Wirtschaftsidelogie in Frage stellt. Das Duell lautet Klein zufolge: "Kapitalismus vs. Klima". Und es werde auch in Berlin ausgefochten, wo sie ihr Buch am Sonntagabend bei einervorstellte.

Deutschlands Versagen

Die These mobilisiert, das zeigte der große Andrang überwiegend junger Zuhörer im Haus der Kulturen der Welt. Aber schließen sich Marktwirtschaft und Klimaschutz wirklich aus? Deutschland versucht derzeit immerhin, mit der Energiewende das Gegenteil zu beweisen. "Ich weiß, dass Ihr hitzig darüber debattiert", sagte Klein dem Publikum in Berlin. Sie lobt in ihrem Buch das deutsche Modell, vor allem den Rückkauf vieler Stromnetze von Kommunen.

Kleins Argumentation ist weniger radikal als es der Buchtitel vermuten lässt. Einmal mehr sieht sie den Gegner im entfesselten Neoliberalismus, Wirtschaftswachstum aber hält Klein nicht prinzipiell für falsch. "Ich möchte den Markt nicht töten", sagte Klein kürzlich dem SPIEGEL, "aber wir brauchen sehr viel mehr Strategie, Steuerung und Planung".

Schon der Ruf nach einem stärkeren Staat ist aber eine Provokation. Denn bislang setzten auch viele Klimaschützer darauf, dass der Markt das Problem mit den richtigen Anreizen schon lösen werde. Dem widerspricht Klein deutlich: Mächtige Energiekonzerne würden ihre klimaschädlichen Tätigkeiten mit allen Mitteln verteidigen. Deshalb müsse man sie ihnen gezielt verbieten - hier habe auch Deutschland versagt.

Schließlich hat die Bundesregierung zwar den Ausstieg aus der Atomkraftbeschlossen, nicht aber den aus der besonders klimaschädlichen Braunkohle. Die einstige Klimakanzlerin Angela Merkel habe sich "dem massiven Einfluss der Kohlelobby" gebeugt, kritisiert Klein. In Berlin rannte sie damit offene Türen ein: Der Aktivist und Wissenschaftler Tadzio Müller rief bei der anschließenden Diskussion zu einer Aktion auf, mit der im Sommer ein Tagebau im Rheinland blockiert werden soll.

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