Forscher entdecken größten Meteoritenkrater der Erde

Quelle: Spiegel-Online (Axel Bojanowski) vom 03.07.2012

Es sind die Spuren des wohl größten Infernos, das sich in vier Milliarden Jahren auf Erden ereignet hat: In Grönland haben Geologen die Überreste eines mächtigen Meteoritenkraters entdeckt - die Spuren einer gigantischen Bombe aus dem All.

Die größte Sorge gilt "Apophis". Der Feldbrocken von gut 300 Metern Dicke dürfte nach Berechnungen von Astronomen die Erde in 24 Jahren nur knapp verfehlen. Eine Kollision lässt sich aber nicht ganz ausschließen - es wäre eine globale Katastrophe: Das Klima würde sich abkühlen, auf dem getroffenen Kontinent würden vermutlich Millionen Menschen zu Tode kommen; ein Einschlag ins Meer würde Dutzende Meter hohe Tsunamis losschlagen - zahlreiche Küstenstädte wären verloren.

Gleichwohl: Es ist ein vergleichsweise glimpfliches Szenario. Wenn nämlich geschähe, was sich offenbar vor drei Milliarden Jahren in Grönland ereignet hat, bliebe von der menschlichen Zivilisation wohl gar nichts mehr übrig.

An der Südwestküste des Landes nahe der Ortschaft Maniitsoq meinen Forscher, die Überreste des größten Meteoritenkraters der Erde entdeckt zu haben. Dort ist demnach ein 30 Kilometer dicker Brocken eingeschlagen - er war also hundertmal größer als "Apophis". Der Aufschlag eines solchen Monstrums würde ganz Deutschland pulverisieren - wie das SPIEGEL-ONLINE-Impaktometer zeigt

178 Meteoritenkrater wurden auf der Erde bereits gefunden - wie aber kann es sein, dass ausgerechnet der größte bislang unentdeckt blieb? Der Krater von Maniitsoq verrät sich nicht als ausgedehnte Kuhle in der Landschaft; nur noch seine Überreste sind erkennbar.

Die meisten Meteoritenkrater der Erde bleiben ganz verschwunden. Tektonische Platten-Verschiebungen haben die Spuren der Einschläge eliminiert - die Krater tauchen mitsamt der Platten ins Erdinnere ab. Außerdem haben Wind und Regen den Boden abgeschliffen. Und Schlamm, Sand und Bewuchs decken die Senken zu.

Eine gewaltige Unregelmäßigkeit des Magnetfelds jedoch brachte Forscher um Adam Garde vom Geologischen Dienst Dänemarks nun auf die Spur des Giganteneinschlags in Grönland: Auf einer Fläche von der Größe Brandenburgs unterscheidet sich das magnetische Feld des Bodens deutlich von der Umgebung. Die Forscher wurden misstrauisch.

Die gesamte Pressemeldung auf den Seiten von Spiegel-Online

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