Weltweite Wiederaufforstung

Quelle: n-tv vom 22.03.2015

Weltweite Wiederaufforstung

Deutschland hilft beim Bäumepflanzen

Auch in den kommenden Jahren will sich Deutschland für den Wiederaufbau von zerstörten Wäldern und Landschaften engagieren. Bis 2020 soll eine Fläche, die viermal so groß ist wie Deutschland, renaturiert werden.

Der weltweite Wiederaufbau von Wäldern und Landschaften kommt nach den Worten von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks voran. "Wir sind auf einem guten Weg zu unserem Ziel, bis 2020 insgesamt 150 Millionen Hektar zerstörte Wälder wiederaufzubauen", sagte die SPD-Politikerin anlässlich der zweiten internationalen "Bonn Challenge"-Konferenz, an der Umweltminister aus aller Welt teilnahmen. Seit dem ersten Treffen im Jahr 2011 brachten die beteiligten Staaten laut Hendricks bereits den Wiederaufbau von mehr als 60 Millionen Hektar auf den Weg.

Das Treffen ist die wichtigste internationale Konferenz zum Wiederaufbau von Wäldern. Sie vereint eine Gruppe von engagierten Staaten wie Indonesien, China, Brasilien, Costa Rica oder Südkorea mit Geberländern wie Deutschland und Norwegen, engagierten Unternehmen und Organisationen. Das 2011 ausgerufene Ziel von 150 Millionen Hektar wiederaufgebauten Wäldern und Landschaften entspricht einer Fläche, die vier Mal so groß wie Deutschland ist.

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Globalisierungskritikerin Naomi Klein: Kohle frisst Klima auf

Quelle: Spiegel-Online vom 23.03.2015

Globalisierungskritikerin Naomi Klein: Kohle frisst Klima auf

Klimaschutz scheitert am Kapitalismus - zu diesem Fazit kommt Naomi Klein in ihrem Buch "Die Entscheidung", das sie jetzt in Berlin vorstellte. Ihr Appell: Eine Massenbewegung für das Klima könnte die letzte Chance sein, etwas zu verändern.

Berlin - Haben Sie gezögert, auf diesen Artikel zu klicken? Es wäre verständlich. Schließlich lässt das Thema Klima fast immer eine deprimierende Lektüre vermuten. Über schmelzende Polkappen, versinkende Südseeinseln und das fortwährende Versagen internationaler Klimagipfel.

Naomi Klein ging es ähnlich. Die Kanadierin gilt seit ihrem Erstling "No Logo"aus dem Jahr 2000 als linke Vordenkerin eines globalisierten Verantwortungsgefühls. Doch schlechten Klima-Nachrichten ging auch sie lange aus dem Weg. "Ich wechselte den Fernsehkanal, klickte die Seite weg", schreibt Klein in ihrem neuen Buch "Die Entscheidung".

Wenige Monate vor dem möglicherweise entscheidenden Klimagipfel in Paris hat sich die 44-Jährige doch des Themas angenommen - mit eindeutigem Fazit: Der Kampf gegen die Erderwärmung droht zu scheitern, weil er die herrschende Wirtschaftsidelogie in Frage stellt. Das Duell lautet Klein zufolge: "Kapitalismus vs. Klima". Und es werde auch in Berlin ausgefochten, wo sie ihr Buch am Sonntagabend bei einervorstellte.

Deutschlands Versagen

Die These mobilisiert, das zeigte der große Andrang überwiegend junger Zuhörer im Haus der Kulturen der Welt. Aber schließen sich Marktwirtschaft und Klimaschutz wirklich aus? Deutschland versucht derzeit immerhin, mit der Energiewende das Gegenteil zu beweisen. "Ich weiß, dass Ihr hitzig darüber debattiert", sagte Klein dem Publikum in Berlin. Sie lobt in ihrem Buch das deutsche Modell, vor allem den Rückkauf vieler Stromnetze von Kommunen.

Kleins Argumentation ist weniger radikal als es der Buchtitel vermuten lässt. Einmal mehr sieht sie den Gegner im entfesselten Neoliberalismus, Wirtschaftswachstum aber hält Klein nicht prinzipiell für falsch. "Ich möchte den Markt nicht töten", sagte Klein kürzlich dem SPIEGEL, "aber wir brauchen sehr viel mehr Strategie, Steuerung und Planung".

Schon der Ruf nach einem stärkeren Staat ist aber eine Provokation. Denn bislang setzten auch viele Klimaschützer darauf, dass der Markt das Problem mit den richtigen Anreizen schon lösen werde. Dem widerspricht Klein deutlich: Mächtige Energiekonzerne würden ihre klimaschädlichen Tätigkeiten mit allen Mitteln verteidigen. Deshalb müsse man sie ihnen gezielt verbieten - hier habe auch Deutschland versagt.

Schließlich hat die Bundesregierung zwar den Ausstieg aus der Atomkraftbeschlossen, nicht aber den aus der besonders klimaschädlichen Braunkohle. Die einstige Klimakanzlerin Angela Merkel habe sich "dem massiven Einfluss der Kohlelobby" gebeugt, kritisiert Klein. In Berlin rannte sie damit offene Türen ein: Der Aktivist und Wissenschaftler Tadzio Müller rief bei der anschließenden Diskussion zu einer Aktion auf, mit der im Sommer ein Tagebau im Rheinland blockiert werden soll.

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Die Menschheit führt die Erde ans Limit

Quelle: n-tv vom 16.01.2015

Ein neues Erdzeitalter beginnt - Die Menschheit führt die Erde ans Limit

Was der Mensch auch tut - es bleibt nicht ohne Folgen für die Umwelt. Für das Klima ist das gravierend, wesentliche Grenzen sind schon überschritten. Forscher sprechen von einem Wechsel in ein neues Erdzeitalter, dem Anthropozän. Das Holozän dauerte 11.700 Jahre.

 

Der Mensch bringt die Erde ans Limit. Durch seinen Einfluss sind nach Einschätzung von Forschern bereits mehrere natürliche Belastungsgrenzen des Planeten überschritten worden. Dies berichtet ein internationales Expertennetzwerk in der Zeitschrift "Science". Das Team legte neun Grenzwerte für stabile Lebensbedingungen fest. Vier davon - Klimawandel, Biodiversität, Landnutzung und biogeochemische Kreisläufe - seien bereits übertreten, betonte das an der Studie beteiligte Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK).

 

Zwei der Grenzen - Klimawandel und die Biodiversität (biologische Vielfalt/Artensterben) - sind aus Sicht der Wissenschaftler von entscheidender Bedeutung. Aber auch die Landnutzung sowie die menschengemachten Stoffströme von Stickstoff und Phosphor sprengen nach Forscheransicht die Kapazität der Erde.

 

"Die dramatischsten Veränderungen hat es seit 1950 gegeben", sagte Hauptautor Will Steffen von der Universität Stockholm. Die großen wirtschaftlichen Veränderungen der Menschheit prägen demnach direkt die Veränderungen im Erdsystem. Seit 1950 hätten Stadtbevölkerung, Transportkilometer, Energie- und Wasserverbrauch stark zugenommen - parallel dazu auch die Verschmutzung der Atmosphäre, die Versauerung der Meere und der Verlust von intakten, artenreichen Landschaften. "Betrachtet man denselben Verlauf, steigen viele Kurven wie in einem Knick kurz nach dem Zweiten Weltkrieg nach oben an."

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