Hintergrund

Der Hintergrund zu Sustainable Impact

 

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Der Blick aus dem Weltraum zeigt die dünne Erdatmosphäre – sie ist das verletzliche Schutzschild für das Überleben der Menschheit im Weltall. (Foto: NASA)

Die Entstehung des Lebens auf unserem Planeten wurde durch das Zusammentreffen einer Vielzahl günstiger Umstände im Sonnensystem und auf der Erde ermöglicht. Die Evolution hat schließlich in einer langen Entwicklungsgeschichte den Menschen als bisher einziges nachweisbar intelligentes Wesen im Universum hervorgebracht. Doch der Mensch ist zugleich die einzige Kreatur auf dem Planeten, die ihren eigenen Lebensraum nachhaltig zerstört. Inzwischen befindet sich die Zivilisation an einem historischen Scheideweg. Es bleiben nur noch wenige Jahre, um eine unaufhaltsame Entwicklung zu verlangsamen. Die Menschheit fokussiert aber die Probleme des eigenen Wirtschaftssystems anstatt die notwendigen Schritte zu unternehmen, um die Grundlagen der eigenen Existenz zu bewahren.

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Der Planet Erde ist mittlerweile Heimat für mehr als 7 Milliarden Menschen (Foto: WilliamVeder)

Die Menschheit hat in ihrer Entwicklungsgeschichte hervorragende wissenschaftliche, technische, gesellschaftliche und kulturelle Leistungen erbracht. Beim Umgang mit globalen Bedrohungen versagen jedoch alle bisherigen, meist nur auf lokale oder regionale Ereignisse ausgerichteten Mechanismen der Koordination, der internationalen Abstimmung und der politischen Durchsetzung.

Die Gründe dafür sind vielschichtig: Im Falle des Klimawandels legitimieren die künftigen Hauptverursacher ihre von wachsendem Ressourcenverzehr begleitete Mehrung von Wohlstand und Freiheit durch den unwiderlegbaren Anspruch auf globalen Gerechtigkeitsausgleich. Nur so sehen sie sich in der Lage, durch die Perspektive künftig verbesserte Lebensumstände das gesellschaftliche Gefüge einer wachsenden und von den Annehmlichkeiten der industrialisierten Welt elektrisierten Bevölkerung einigermaßen zu stabilisieren. Die etablierten Industrienationen haben das Wachstum ebenfalls so sehr in ihrem Wirtschaftssystem verankert, dass durch die Aufholtendenz der schnellwachsenden Nationen in der globalisierten Ökonomie eine Abweichung vom Minimalwachstum mit nicht hinnehmbaren Wohlstandsverlust verbunden ist.

Wachstum ist heute noch immer mit einem zunehmenden Ressourcenverzehr von Land, Luft, Wasser und ökologischer Diversität verbunden. Aufgrund einer technologisch, kulturell und systemisch bedingten Trägheit der Wirtschaftssysteme sowie der darin gebundenen Investitionen ist das heutige Weltsystem nicht in der Lage, sich aus sich selbst heraus zu verändern – schon gar nicht in der notwendigen Geschwindigkeit und Durchdringung, die zur Reaktion auf die rasant fortschreitende Zerstörung der Lebensgrundlagen notwendig wäre. In der Folge greifen die bisherigen Lösungsansätze für die globalen Probleme einer nicht nachhaltigen Entwicklung – denen durchaus beste Absichten unterstellt werden dürfen – viel zu kurz. Wir beobachten populistisch intendierte, auf Zeitgewinn und Hinhalten der Verhandlungspartner ausgerichtete und inkonsequent umgesetzte Selbstverpflichtungen sowie auf Konsens ausgerichtete internationale Abkommen, die ohne Sanktionen und damit ohne Durchgriffsmöglichkeiten bleiben.

„Leider haben wir alle schon viel zu lange gewartet und die frühen Warnungen der Wissenschaft als Panikmache abgetan, weil wir die Schlussfolgerungen und Konsequenzen für unser künftiges Leben nicht wahrhaben wollten. Mit einer Vielzahl weiterer Studien, wissenschaftlicher Expertenmeinungen, in immer wiederkehrenden Diskussionen, Disputen und Verhandlungen mit substanzlosen Ergebnissen haben wir wertvolle Zeit zum Handeln vertan und uns in Ignoranz des Notwendigen einem bequemen Weiter So hingegeben.“ (Zitat Sustainable Impact)

Aber die Menschen werden dagegen aufbegehren!

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Der Fokus unserer Aufmerksamkeit richtet sich auf de Stabilisierung eines von Menschen gemachten und damit ersetzbaren Systems – während unwiederbringliche Grundlagen unserer Existenz unterhalb der täglichen Wahrnehmungsschwelle langsam zu Grunde gehen. (Foto: Falk Heller / argum / Greenpeace)

Unser aller Wahrnehmung ist mittlerweile abgestumpft gegen Nachrichten, Ereignisse und eindeutige Indizien, die die stetig voranschreitende Zerstörung unserer Lebensgrundlagen dokumentieren. Ähnlich wie der Frosch, der in einem langsam erhitzten Topf unmerklich seinem Ende engegenpaddelt, läßt sich die Menschheit von der globalen Finanzkrise, dem Umbruch in der islamischen Welt, Fußballergebnissen oder Society-Nachrichten vom eigentlich Wichtigen ablenken.

„Osama bin Laden ist tot, die Weltwirtschaft wächst trotzt Euro-Schuldenkrise kräftig. William und Kate haben geheiratet, Johannes Paul II. wurde seliggesprochen. Dortmund ist Fußballmeister. Das Wetter ist auch nicht so schlecht wie sonst. […] Wichtiger könnten zwei Nachrichten sein, die weniger Aufsehen erregt haben. Es geht um Gefahren, die man nicht aufspüren, angreifen und töten kann wie den Chef einer Terrorgruppe. […] Der Klimawandel hat nicht aufgehört, weil wir gerade über Atomkraftwerke reden.“ (Quelle: Peter Ehrlich in Financial Times Deutschland / Agenda 12.05.2011: Unser schleichender Untergang. Die wahren Probleme der Menschheit sind weder die königliche Hochzeit noch Osama Bin Laden. Es wird Zeit, wieder über Entwicklung und Klima zu reden)

Die Menschheit braucht ein Wachrütteln – einen „nachhaltigen Impact“. Wie der Frosch, der in einen Topf kochendes Wasser geworfen herausspringt und eine Chance zum Überleben bekommt.

 >>> Eine neue Dimension von Krise

Wednesday the 23rd. www.sustainable-impact.de