Thriller trifft Astronomie! Lehrreich, Beängstigend!

Rezension von Carina von den Bücherfressern (2012-11-29 17:13)

Sustainable Impact ist der erste Roman von Marc F. Bloom. Die Geschichte handelt vom jungen Astronom Richard Hirlinger, welcher durch Zufall eine Entdeckung macht, die das Ende der Menschheit bedeuten könnte, und wodurch er in größte Gefahr gerät.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, obwohl es einige Schwachpunkte hat, die aber locker durch große Stärken wieder ausgeglichen werden, wenn man sich als Leser darauf einlässt. Ich muss gestehen, ich habe etwas total anderes erwartet, war im Nachhinein aber positiv überrascht, ja regelrecht begeistert.
Das große Hauptthema in diesem Thriller ist die Astronomie. Schon als Kind fand ich Sterne und Planeten unglaublich spannend und das war auch mein Hauptgrund, dieses Buch zu lesen. Auch alle zukünftigen Leser sollten zumindest ein grundlegendes Interesse an diesem Thema haben, da viel Zeit darauf verwendet wird, astronomische Zusammenhänge und Arbeitsweisen zu erklären. Das Buch ist keinesfalls ein Buch für Zwischendurch, was schon allein durch die Länge und das Thema klar sein sollte. Wer hier einen hoch spannenden kurzweiligen Thriller erwartet liegt absolut falsch. Das Buch ist hoch spannend, keine Frage, aber es ist zugleich sehr lehrreich und regt zum Nachdenken an. Das mag eine Mischung sein, die nicht jedem liegt, aber wer sich darauf einlässt, wird nicht enttäuscht. So habe ich durch die schon erwähnten ausführlichen Beschreibungen sehr viel über die Astronomie, aber auch über andere Themen wie zum Beispiel Ölförderung und Klimawandel, lernen dürfen. Dadurch ist streckenweise die Spannung etwas abgeflacht und die Geschichte drohte langatmig zu werden. Durch einen flüssigen und sehr bildhaften Schreibstil wurde mein Interesse aber trotzdem gehalten, sodass ich dem Buch sehr gut folgen konnte. Der Autor hat es sehr gut geschafft, diese an sich sehr komplexen Themen verständlich und gut lesbar zusammenzufassen. Um das Buch in einem Rutsch durchzulesen ist es allerdings zu schwer, vor allem da einige Erkenntnisse erst mal „sacken“ müssen. Zudem ist der Aufbau teilweise etwas verwirrend, was durch die Anzahl der Personen nicht gerade vereinfacht wird.
Richard Hirlinger als Hauptperson wirkt sympathisch und glaubwürdig. Man lernt seine Gedanken und Ängste kennen, aber trotzdem bleibt eine gewisse Distanz zu ihm bestehen, die ich bis zum Ende nicht überbrücken konnte. Für die Nebenfiguren findet eigentlich auch keine richtige Personeneinführung statt, stattdessen erscheinen immer mal wieder Personen, die auf einmal sehr wichtig für die weitere Handlung werden. Auf der einen Seite hat mich das ziemlich gestört, da ich oft nachdenken musste, wer wen woher kennt und was genau er jetzt mit der Geschichte zu tun hat. Auf der anderen Seite hat es diese Tatsache recht undurchsichtig und unvorhersehbar gemacht, was dann wiederum gut war, um die streckenweise fehlende Spannung durch überraschende Wendungen wieder gut zu machen. Der Autor hat es jedoch fabelhaft geschafft, den Überblick über seine ganzen Charaktere und Handlungsstränge zu behalten und diese am Ende zu einem absolut harmonischen und nahtlosem Ende zusammenzufügen, welches mich ehrlich gesagt total überrascht hat.
Nicht nur die Zusammenführung der einzelnen Handlungsstränge an sich, sondern auch die überraschende Wendung haben mich schlussendlich ziemlich schockiert und ratlos zurück gelassen. Was macht man, wenn man ziemlich sicher sein kann, dass in einem Jahr die gesamte Menschheit aussterben wird? Wie kann es sein, dass selbst in so einer Situation Menschen nur an Geld und Profit denken können? Und wo ist der Unterschied zwischen einem Ende der Menschheit in einem Jahr durch eine riesige Katastrophe und einem Ende in einigen Jahren durch verantwortungslosen Umgang mit den Ressourcen der Erde?
Die Stimmung im Buch ist ziemlich gedrückt, teilweise sogar beängstigend und beklemmend. Durch die sehr anschaulichen astronomischen Einblicke, fühlt man sich als Leser irgendwie unbedeutend in den weiten des Weltalls. Zudem wird einem deutlich vor Augen geführt, wie viel Macht die Regierungen besitzen und dass es womöglich Dinge gibt, von denen die Bevölkerung überhaupt keine Ahnung hat. Und auch die Folgen des Klimawandels werden hier ausführlich geschildert und haben mich sehr nachdenklich gestimmt.
Das Cover hat mir gut gefallen. Es passt thematisch sehr gut zum Inhalt und wirkt mit den Lichtern der Stadt zugleich geheimnisvoll aber auch durch den herannahenden Kometen bedrohlich. Genau so ist der Titel unheimlich Klasse gewählt, was sich dem Leser allerdings erst im späteren Verlauf eröffnet, deshalb will ich hier nicht zu viel verraten.
Rechtschreibfehler habe ich keine gefunden (ich habe Version 2.0) und auch sprachlich hat mir das Buch gut gefallen. Es gab kaum holprige Sätze. Die innere Aufmachung war sehr ansprechend, da über jedem Kapitel kurz der Ort und die Uhrzeit angegeben war, sodass man dem Geschehen leichter folgen konnte.

Link zur Rezension auf der Seite der Bücherfresser.

Sunday the 22nd. www.sustainable-impact.de